Die nächste Generation – was bedeutet es mit Eltern aufzuwachsen, die in Kindheit und Jugend sexuelle Gewalt erlebt haben?
Unterstützung für die nächste Generation als Beitrag zu Prävention und Aufarbeitung.
Projektbeschreibung
Thema
Das Forschungsprojekt schließt an die Studie „Elternschaft nach sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend“ [1] an. In dieser Studie ging es um die Herausforderungen vor denen Betroffene stehen, wenn sie Eltern werden, wie sie ihre Entscheidung für oder gegen Kinder treffen, wie sehr sie sich um den Schutz der Kinder sorgen, wie sie mit ihren Kindern über die erlebte Gewalt sprechen und elterliche Verantwortung leben.
Ziel des aktuellen Forschungsprojekts ist es, herauszufinden, was es für die Kinder bedeutet, mit Eltern aufzuwachsen, die sexuelle Gewalt in Kindheit und Jugend erlebt haben und die möglicherweise zeitweise oder dauerhaft belastet sind. Die Ergebnisse der Elternschaftsstudie sollen so (kritisch) aus der Kinderposition ergänzt und kommentiert werden. Darüber hinaus sollen Erkenntnisse zu Belastungen und Resilienz der nächsten Generation gewonnen und Schlussfolgerungen für Prävention und Unterstützung gezogen werden.
Vorläufige Fragestellungen sind:
- Welche Rolle spielte die Betroffenheit und die mögliche Belastung der Eltern für das Aufwachsen der Befragten und für das eigene Leben?
- Welche Herausforderungen beschreiben die Befragten hinsichtlich des Aufwachsens und über den Lebensverlauf mit betroffenen und möglicherweise belasteten Eltern?
- Wie wurden Traumafolgen/psychische Erkrankungen der Eltern erlebt? Welchen Einfluss hatten sie auf das Aufwachsen?
- Wie haben die Befragten ihre Eltern in ihrer Rolle als Erziehende erlebt? Welche positiven und negativen Erfahrungen werden berichtet?
Vorgehen
Das Forschungsprojekt wird partizipativ mit einer Gruppe von Co-Forschenden durchgeführt, die der Zielgruppe angehören. Die leitenden Forschungsfragen sowie die Erhebungsinstrumente werden gemeinsam diskutiert und festgelegt.
Es werden qualitative und quantitative Daten erhoben: Zunächst werden 10 problemzentrierte Interviews mit volljährigen Personen, deren Eltern in der Kindheit sexueller Gewalt erlebt haben, geführt. Im Anschluss daran wird ein Online-Fragebogen entwickelt, um eine größere Anzahl von Personen zu erreichen und ihnen die Möglichkeit zu geben sich an der Forschung zu beteiligen.
Die Studie wird durch einen Beirat von Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis begleitet.
Die Ergebnisse werden in einem Abschlussbericht veröffentlicht und kostenlos zugänglich gemacht. Ein zusätzliches Ergebnis dieses Forschungsprozesses wird eine Handreichung zu den Gelingensbedingungen partizipativer Forschung sein.
Eckdaten
Arbeitsschwerpunkt
Team
Prof. Dr. Barbara Kavemann, Bianca Nagel, Dr. Rebecca Gulowski (Sozialwissenschaftliches Institut zu Geschlechterfragen (SoFFI))
Laufzeit
März 2026 – Mai 2028
Finanziert durch
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)