Aufarbeitungsstudie „Wissen teilen – Hildesheim“

 

Thema

Unabhängige Untersuchung von Vorwürfen sexuellen Missbrauchs gegen den früheren Hildesheimer Bischof Heinrich Maria Janssen in seiner Amtszeit von 1957 bis 1982

Mit der Aufarbeitungsstudie „Wissen teilen – Hildesheim“ wurden als Obfrau Frau Antje Niewisch-Lennartz, Vorsitzende Richterin am Verwaltungsgericht a. D. und ehemalige niedersächsische Justizministerin, Herr Kurt Schrimm, Leitender Oberstaatsanwalt a. D. und langjähriger Leiter der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg mit der Recherche im Bistumsarchiv; sowie das IPP München für die Durchführung von sozialwissenschaftlichen Interviews und einer Fragebogenerhebung vom Bistum Hildesheim beauftragt.

Der Auftrag zu dieser Studie basiert auf zwei Vorwürfen wegen sexuellen Missbrauchs gegen Bischof Heinrich Maria Janssen, die durch den Bischöflichen Beraterstab in Fragen sexualisierter Gewalt des Bistums Hildesheim als plausibel eingeschätzt und jeweils im Rahmen einer Pressekonferenz des Bistums Hildesheim öffentlich bekannt gegeben wurden. Bei der ersten Bekanntgabe im November 2015 ging es um schwerste und langjährig ausgeübte sexualisierte Gewalt. (Hierzu wurde vom IPP im Jahr 2017 ein umfangreiches Gutachten vorgelegt). Bei dem zweiten Fall, der im November 2018 bekannt gegeben wurde, handelt es sich um einen einmaligen sexuellen Übergriff, bei dem sich aufgrund der Umstände u.a. die Fragen stellen, inwieweit die damaligen diözesanen Strukturen sexualisierte Gewalt begünstigten und welche Rolle hierbei Bischof Janssen spielte.

 

Vorgehen

Anhand der Untersuchung der Akten aus dem Bistumsarchiv, mit Hilfe von Interviews mit Betroffenen von sexualisierter Gewalt und weiteren Zeitzeugen/Personen, die Wissen über Vorkommnisse von sexualisierter Gewalt aus der Amtszeit von Heinrich Maria Janssen haben und anhand einer Fragebogenerhebung bei aktuellen und ehemaligen Mitarbeiter*innen des Bistums Hildesheim und der Caritas Hildesheim, sollen folgende Fragen beantwortet werden:

• Welche Rolle spielte die Führungsebene des Bistums im Umgang mit Priestern, die in der Amtszeit Janssens tätig gewesen und des sexuellen Missbrauchs beschuldigt worden sind?
• Gab es ein Beziehungsgeflecht der mutmaßlichen Täter untereinander und wurde dieses mögliche Beziehungsgeflecht durch ein bestimmtes Personalmanagement gefördert?
• Inwieweit haben institutionelle Bedingungen zum Entstehen von sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch im Bistum Hildesheim beigetragen und welche Institutionen und Einrichtungen im Bistum waren betroffen?

 

Auftraggeber

Bistum Hildesheim

 

Team (IPP)

Gerhard Hackenschmied, Dr. Christa Paul und Dr. Peter Caspari

 

Laufzeit

2019 – 2021