IPSE - Instrument zur partizipativen Selbstevaluierung

 

Thema:

Spätestens seit Einführung des Bundeskinderschutzgesetzes im Jahr 2012 sehen sich pädagogische Einrichtungen, insbesondere im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, vor die Aufgabe gestellt, Maßnahmen zum Schutz der von ihnen betreuten Mädchen und Jungen umzusetzen. Den gesetzlichen Hintergrund bieten Vorschriften zur „Sicherung der Rechte von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen und Schutz vor Gewalt“ (§§ 8b Abs. 2, 45 Abs. 2 S. 2 Nr. 3, 79a S. 2 SGB VIII).

Viele Einrichtungen haben sich seither „auf den Weg gemacht“ und Schutzkonzepte entwickelt. Aktuell stellt sich die zentrale Frage:

Wie können Einrichtungen sicherstellen, dass ihre Präventionsbemühungen die gewünschten Effekte im Sinne des Kinderschutzes nach sich ziehen?

Vor diesem Hintergrund besteht das Ziel des geplanten Forschungsvorhabens in der Entwicklung und Anwendung eines Instruments zur partizipativen Selbstevaluierung der Präventionspraxis pädagogischer Einrichtungen (IPSE). Dieses Tool soll Einrichtungen dazu befähigen, in regelmäßigen Abständen ihre eigene Präventionspraxis zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Zentral ist dabei ein partizipativer Ansatz, der die Perspektiven aller Akteur*innen, v.a. auch der in der Einrichtungen betreuten Mädchen und Jungen, miteinbezieht.

 

Vorgehen:

Das geplante Projekt gliedert sich in drei Phasen:

(1) Vertreter*innen von insgesamt neun pädagogischen Einrichtungen (Jugendliche; Eltern, Mitarbeiter*innen, Leitungen, Ehemalige) werden im Rahmen von Fokusgruppen zum Umgang mit Gewaltvorkommnissen und zur Präventionspraxis der jeweiligen Einrichtungen befragt (Erhebungsphase).

(2) Im zweiten Schritt wird auf der Basis der erhobenen Befunde ein Evaluierungsinstrument entwickelt, das spezifische soft skills enthält und pädagogische Einrichtungen dazu befähigt, unter Beteiligung aller Akteure (Kinder/Jugendliche, Eltern, Personal, Leitung) den Stand der eigenen Präventionsbemühungen zu reflektieren und Weiterentwicklungspotenziale zu identifizieren (Auswertungs- und Entwicklungsphase).

(3) In der Phase der Anwendung wird dieses Tool zur partizipativen Selbstevaluierung in neun ausgewählten Einrichtungen zum Einsatz gebracht und auf der in diesem Rahmen gemachten Erfahrungen einer letztendlichen Modifikation unterzogen, um schließlich als empirisch begründetes und erprobtes Instrument pädagogischen Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden zu können (Anwendungsphase).

 

Auftraggeber:

Das Projekt wird im Rahmen der Förderlinie „Forschung zu sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in pädagogischen Kontexten“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

 

Team:

Dipl.-Psychologe Gerhard Hackenschmied, Dipl.-Psychologe Dr. Peter Mosser (Leitung)

 

Laufzeit:

01.06.2018 – 01.05.2021