Hochschulübergreifende Studie zu Erscheinungsformen und Prävention von Machtmissbrauch an den deutschen Musikhochschulen

Projektbeschreibung

Thema

Machtmissbrauch an Hochschulen und Universitäten gerät zunehmend in den Blick. Präventionskonzepte und Beratungsangebote gehören an vielen Orten zum Standard. Es fehlen aber noch spezifische Erkenntnisse zu den Formen von Machtmissbrauch im Hochschulbereich und zu den strukturellen Ermöglichungsbedingungen. Die „Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen in der HRK“ (RKM) möchte diese Lücke schließen und hat eine hochschulübergreifende Studie zu Erscheinungsformen und Prävention von Machtmissbrauch an deutschen Musikhochschule in Auftrag gegeben.

Die RKM ist der Zusammenschluss der 24 staatlichen Musikhochschulen in Deutschland. Die Mitgliedshochschulen werden in der RKM durch ihre Präsidien und Rektorate vertreten. 2016 richtete die RKM eine AG sexualisierte Diskriminierung und Machtmissbrauch ein, die 2019 und 2020 Handlungsempfehlungen und Maßnahmenvorschläge vorlegte. In einem im Mai 2024 veröffentlichten Positionspapier und Handlungsempfehlungen gegen Machtmissbrauch der RKM, wurden Maßnahmen für eine Studie beschlossen, die valide Erkenntnisse zum aktuellen Stand an den Mitgliedshochschulen und Vorschläge für Maßnahmen und Strukturveränderung beinhalten solle. Die Ergebnisse der vom IPP durchgeführten Studie an der Hochschule für Musik und Theater München (HMTM) haben gezeigt, dass in allen Statusgruppen Machtmissbrauch vorkam. Auch eine von Studierenden organisierte Befragung hat gezeigt, dass Machtmissbrauch in verschiedenen Formen und Abstufungen erlebt wird. In der Befragung der studentischen „Initiative gegen Machtmissbrauch an Musikhochschulen“ wurden hochschulübergreifend über 160 Erfahrungsberichte mit mehr als 600 Fällen aus dem Unterrichts- und Probenalltag gesammelt.

Vorgehen

Die Studie beinhaltet eine Onlinebefragung für Lehrende (circa 5.000) und Studierende (circa 19.000) der 24 RKM-Hochschulen zum Thema Machtmissbrauch, Diskriminierung und sexualisierter Gewalt. Zusätzlich dazu werden bis zu vier Fallstudien durchgeführt, die besondere Risikobedingungen und/oder Beispiele guter Präventionspraxis vertieft analysieren. So kann zum einen erstmals eine datenbasierte Übersicht zu Ausmaß und Erscheinungsformen von Machtmissbrauch an den deutschen Musik- und Kunsthochschulen erstellt werden. Sowie systematische Erkenntnisse über Machtstrukturen, möglichen Störungen des Hochschulbetriebs durch Übergriffe oder latente Formen von Machtmissbrauch und die Wirkungen von bereits eingeleiteten Präventionsmaßnahmen erbringen.

Eckdaten

Auftraggeber

Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen in der HRK (RKM)

Laufzeit

Januar 2026 – April 2027