Jugendliches Engagement, Protesthandeln und die Wahl der Mittel

 

Inhalt und Ziel:

In der Studie geht es um die Generierung von Wissen in folgenden Bereichen:

  • Es geht um die Frage nach Vertrauen (bzw. auch um Vertrauensverlust) in Staat und Politik.
  • Es geht um gesellschaftliches/ politisches/ jugendkulturelles Engagement jenseits der etablierten institutionsbezogenen Politik.
  • Es geht auch um Formen des gesellschaftlichen/politischen/jugendkulturellen Protests.
  • Es geht um die Rolle von Widerstandsformen im Zusammenhang mit dem gesellschaftlichen/ politischen/jugendkulturellen Engagement.
  • Es geht um die Wahl der Mittel, auch um das Thema Gewalt in diesem Kontext.
    Das Ziel ist das Verstehen individueller Positionen, Haltungen und Handlungen aus einer sozialpsychologischen Perspektive heraus.

Wir befragen Jugendliche und Heranwachsende unterschiedlicher Gruppierungen

  • Z.B . Jugendliche, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren,
  • Jugendliche, die kritisch dem Staat und seinen verantwortlichen Organen gegenüberstehen und dies nicht mit rechtsextremen Einstellungen begründen,
  • Jugendliche engagierte Fußballfans.
 

Projektzusammenhang:

Eingebunden ist die Studie in einen größeren Projektzusammenhang. Das Land Bayern hat im Rahmen der Umsetzung des „bayrischen Handlungskonzepts gegen Rechtsextremismus“ beschlossen, an neun staatlichen Schulberatungsstellen „Regionalbeauftragte für Demokratie und Toleranz“ einzustellen. Diese sollen landesweit Schüler, Eltern und Lehrkräfte bei der Präventionsarbeit vor allem gegen extremistische Strömungen unterstützen. Im Mittelpunkt steht dabei aktuell die Rechtsextremismusprävention.
Das IPP hat in diesem Kontext die Begleitung des Implementierungsprozesses übernommen.

Identitätsforschung:

Die Studie ist ebenfalls Teil einer Reihe von Forschungen, in denen wir uns mit Fragen von Identität beschäftigen/ beschäftigt haben.
Dazu gehören u.a. Fragen

  • nach der Entwicklung eines Wir-Gefühls,
  • nach der Rolle von Gemeinschaft ,
  • nach der Entwicklung von Formen des Widerstands.

Zugrunde gelegt wird dabei das im SFB 333 entwickelte Modell einer Patchworkidentität und das im SFB 534 entwickelte Modell sozialer Verortung.

Wir haben bereits ein großes Spektrum an Jugendlichen und Heranwachsenden in diesem Kontext interviewt z.B.

  • Jugendliche, die von Arbeitslosigkeit betroffen waren unter der Fragestellung, welche Auswirkungen dies auf sie hat,
  • Jugendliche und Partizipation,
  • Fangruppen,
  • Jugendliche, die in Einrichtungen der stationären Jugendhilfe aufwachsen.
 

Auftraggeber:

  • Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus
  • Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit
  • Eigenes Budget
 

Team:

Prof. Dr. Heiner Keupp, Dr. Florian Straus, Dr. Silke Heiland

 

Abschlussbericht:

Heiland, Silke, Keupp, Heiner & Straus, Florian (2015). Jugendliches Engagement, Protesthandeln und die Wahl der Mittel. München: Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit.